Zur Startseite

 

Ausbildung



Von einer glücklichen Fohlenzeit bis hin zum kooperativen Reitpferd.

Friesenpferde, Spanier sowie Berberpferde sind sehr mit ihrem Menschen verbunden. Wir sprechen von unserem Pferd, das Pferd sieht wohl eher "seinen" Menschen, dem es unheimlich viel geben kann, sofern das Pferd in seinen Menschen Vertrauen hat. Dies sollten wir bei der Ausbildung unserer Pferde nie vergessen. Bevor wir irgendetwas von einem Pferd verlangen, muss es zu uns Vertrauen haben. Das Pferd muss nicht mit uns arbeiten, das Pferd soll mit uns Arbeiten wollen, für das Wollen sind wir zuständig. Arbeiten wir mit einem Pferd, das noch kein Vertrauen in uns hat, ist keine richtige Zusammenarbeit möglich, es wird für das Pferd zum Zwang. Kein Pferd ist so wie das Andere, das fordert uns heraus, immer wieder neue Wege zu finden. Als Pferdezüchter haben wir die Aufgabe, das Vertrauen der Fohlen in seine Menschen aufzubauen, die Ausbildung beginnt nämlich bereits als Fohlen. Wir sind bei der Geburt unserer Fohlen immer dabei, es ist auffällig, dass die Meisten unserer Fohlen am Morgen oder eben am Abend zur Welt kommen. Die Stuten warten mit Abfohlen, bis wir im Stall sind, sie wissen nicht, dass wir mit der Videoüberwachung immer mit dabei sind. Von Anfang an gewöhnen wir die Fohlen ans Halfter und der erste Ausgang folgt am langen, losen Strick, das Fohlen geht vorne, der Führer hinten. Es braucht einige Zeit, bis das Fohlen am langen durchhängenden Strick hinter dem Führer läuft, auf keinen Fall werden Fohlen am Strick gezogen, am Kopf eines Pferdes wird NIE Druck ausgeübt, auch ein Fohlen soll mit uns am losen Strick laufen wollen!


Fohlen und Jungpferde können spielerisch bereits kleine Kunststücke lernen, auch lernen sie auf das Rufen von ihrem Namen herkommen. Lob und Belohnung sind unumgänglich. Ohne positives Erlebnis wird kein Jungpferd Freunde an der Arbeit finden.
So sind wir also darauf angewiesen, dass bereits beim Verkauf eines Fohlens der richtige Umgang mit ihm gewährleistet ist.


Verladen lernen alle unsere Fohlen bei Fuss der Mutter, das Einsteigen und Fahren fällt ihnen so leicht. Die Mutter ist dabei und die meisten Fohlen steigen bereits beim ersten Mal ohne zögern ein. Wir fahren dann nur fünf Minuten und dann steigen sie wieder aus. Dies machen wir ca. 3 Wochen lang alle zwei Tage, alle weiteren zwei Tage spazieren wir mit den Fohlen und ihren Müttern. Es ist eine Augenweide, wenn die Pferde und die Fohlen dann jeweils für die Körung in den Lastwagen einsteigen, Alle ohne zu zögern, auch da braucht es das Vertrauen der Pferde.


Wir möchten unsere Pferde möglichst jung, am besten bis dreijährig an ihren Lebensplatz verkaufen. So haben die neuen Besitzer genug Zeit um das Vertrauen ihres Pferdes zu gewinnen. Mit einem Zweijährigen kann man sehr gut spazieren gehen, man kann auch erste Lektionen Bodenarbeit beginnen. Wenn das Pferd dann vierjährig zugeritten wird, ist dies ein kleiner Schritt. Dann beginnt die Ausbildung des Pferdes unter dem Reiter und da lernen Pferde nie aus, genauso wie wir Menschen.


Zum Anlongieren gehören Schritt und Trab, auf keinen Fall Galopp. Das Pferd ist ein Fluchttier und ich "hetzte" es auch nie im Galopp auf einem Zirkel. Mein Pferd geht ruhig und ohne Angst an der Longe Trab und Schritt auf beide Seiten, nicht treiben nur ruhig Kommandos (unsere Wörter) geben. Ich spreche dauernd mit meinem Pferd, so lernt es vorwärts, Trab, ho etc. Trabt mein Pferd, sage ich terab, geht es Schritt, sage ich vorwärts, steht es still, sage ich einfach ho. Erst bestimmt das Pferd die Gangart, kennt es meine Kommandos, beginne ich die Gangart abzufragen. Longieren sollte man die jungen Pferde möglichst kurz, die Ausbildung sollte nie Langweilig werden für das Tier. An der Hand beim Spazieren und beim Longieren ist die Longe / der Strick immer lose, nie Druck auf den Kopf geben. Meine Hand sollte offen sein können und der Strick liegt so in meiner Hand. Zu diesem Zeitpunkt ist alles was ich mit meinem Pferd tue noch spielerisch, das Pferd soll es tun wollen!


Später wenn ich das erste Mal auf meinem Pferd sitze, wird es nicht bocken, es wird auch keine Angst haben, ich sitze ohne Sattel auf meinem Pferd, dies ist sehr wichtig. Das Pferd soll mich spüren, der Sattel unterbindet dieses Gefühl. Wir gewöhnen das Pferd erst später an den Sattel, wenn es bereits ans Reitergewicht gewöhnt ist und dies auch angenehm findet. Schliesslich wollen wir später ein Pferd, das kooperativ mit uns arbeitet und nicht ein Pferd das Reiten mit Angst und Gewalt verbindet! Beim Anreiten unserer eigenen Pferde befestigen wir die Zügel nur am Halfter, das Pferd kennt die Kommandos bereits sehr gut und wir arbeiten mit dem Anlegen der Zügel, dem Verlagern des Gewichtes und der bereits erlernten Kommandos. Die Vertrauensperson führt das Pferd erst an der Longe, wer oben sitzt ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass die Vertrauensperson das Pferd führt und anfangs auch die Kommandos gibt.


  ATENTO beim anreiten
ATENTO beim anreiten


 

Wir reiten unsere eigenen Pferde nach dem Vorbild von Klaus Penquitts Freizeitreiterakademie. Unsere Verkaufspferde werden in allen möglichen Reitstilen ausgebildet, auch Westerngerittene Friesen kommen vor. Im Circus Nock läuft Friesenhengst Phryso aus unserer Zucht in Freiheitsdressur. Auf jeden Fall sollten Sie ihr Barockpferd roh kaufen und es in ihrem Reitstil mit Hilfe von einer Fachperson ausbilden, nur so haben sie ihr Reitpferd, bei dem sie nicht mit korrigieren beginnen müssen. Das Pferd stellt sich so ganz auf seinen Reiter ein. Nur grob sein, oder Einschnüren, das akzeptieren unsere Pferde nicht. Sie sind ohne Zwang gross geworden und daraus werden aussergewöhnlich kooperative Pferde.



Der Friesenhengst Phryso

Phryso ist auf unserem Gestüt geboren. Er war immer sehr anhänglich und das Weiden mit den anderen Hengsten hat ihm nie besonders Spass gemacht, er war lieber mit uns zusammen. So verkauften wir ihn dreijährig an Franz und Franziska Nock in den Circus Nock. Franziska hat ihn selber ausgebildet in Freiheitsdressur, sowie ihre andern drei holländischen Friesenhengste und die Schimmelhengste. Siehe auch: www.nock.ch

Circus Nock am 24.10.2006
Freiheitsdressur von Franziska Nock im Circus Nock


Zum Seitenanfang
© 2010 Barockpferdegestüt   |   Aktualisiert: 21.04.2007   |   info@barockpferde-gestuet.ch